Forenecho Serien-Sommer: «Body of Proof»

Was hatten die Foren-Usern zu der ersten Staffel der neuen Krimiserie zu sagen? Teil 4 von unserem Serien-Spezial…

Für vier Ausgaben steht die Rubrik Forenecho ganz im Zeichen von Serien. Was halten die Quotenmeter.de-Forumsteilnehmer von den aktuellen Serien im deutschen Fernsehen? Wo gibt es Kritik, was könnten die Autoren und Produzenten an Formaten wie «Sherlock» oder «V» verbessern? Und wie sind die entsprechenden Einschaltquoten einzuschätzen; spiegeln sie vielleicht die inhaltliche Qualität der Sendung wider? Dieses Mal nehmen unsere Foren-User den Serienstart von «Body of Proof» auf ProSieben unter die Lupe. Aber Vorsicht: leichte Spoiler sind nicht gänzlich ausgeschlossen.

ProSieben hat am Mittwoch eine neue Krimi-Serie gestartet, sie heißt «Body of Proof». Dana Delany («Desperate Housewives») spielt in der Serie die Hauptrolle – sie verkörpert die Gerichtsmedizinerin Dr. Megan Hunt, die einen ausgezeichneten Ruf als Neurochirurgin hat. Nach einem Autounfall sind ihre Fähigkeiten eingeschränkt und nachdem einer ihrer Patienten bei einer von ihr geleiteten OP stirbt, ist ihre Karriere vorbei. Sie wird fortan Pathologin und nutzt ihren Instinkt, um Verbrechen aufzuklären. Dabei gerät sie nicht selten mit Detective Morris von der Mordkommission in Philadelphia aneinander. Zudem steckt Hunt in einem Scheidungskrieg und ist drauf und dran das Sorgerecht für ihre Tochter zu verlieren. In den USA war die Serie ein voller Erfolg für ABC, im Schnitt waren etwa elf Millionen Amerikaner dabei, weshalb man ungefähr in Augenhöhe auf dem ebenfalls beim Network beheimateten «Castle» lag. Um 21.15 Uhr zeigte man in Deutschland die erste Folge hiervon, Einschaltquoten liegen wegen dem Brand in der ProSiebenSat.1-Sendezentrale nicht vor. Doch immerhin liegen Meinungen unserer Quotenmeter.de-Forumsteilnehmer vor, die sich die erste Episode angesehen haben.

Das Feedback fiel überwiegend gut aus, aber sonderlich umgehauen hat die Auftakt-Episode "Die Rechtsmedizinerin" auch nicht. „Dana Delany als Dr. Megan Hunt hat mir sehr gefallen, auch den Charakter finde ich sehr erfrischend und wie auch bei fast allen solcher Sendungen, hat auch Megan ein Problem - ihr Privatleben. Finde dies aber recht interessant und hoffentlich wird darauf auch weiterhin Bezug genommen. Da dadurch ziemlich gute Szenen bei rausgekommen sind. Allerdings blieb mir ihr Partner (?) relativ blass und ich hoffe, da kommt noch mehr. Sonst fielen die anderen Schauspieler recht gut auf und würde von keiner Fehlbesetzung sprechen. Der Fall war auch interessant, durch Megans Arbeit wird dieser aber, meiner Meinung nach, aufgewertet und dadurch hebt sich die Serie, wie ich finde, von anderen ab. Klar, es war gerade erst die erste Folge, aber ich denke mal, dass dies beibehalten wird“, schreibt beispielsweise Jan und gibt die Punktzahl sieben von insgesamt zehn.
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Auch Kunstbanause konnte keine handwerklichen Mängel an dem Format feststellen: „Hab gestern ein paar Minuten vor Start der ersten Folge durch Zufall entdeckt, dass da eine neue Serie ist, ‚Huch?‘. Gefällt mir und wird auf jeden Fall noch ein paar Folgen geschaut. Scheint aber schon jetzt so, als würde ich das mögen.“ User Redheat 21 wird in den kommenden Wochen ebenfalls dranbleiben, kündigte er an: „Die Serie ist zwar ein kunterbunter Mix aus «Quincy» , «Bones» , «Crossing Jordan», «Castle» usw. aber sie unterhält mich sehr gut.“ D.Twinkle ist da einer anderen Meinung, äußerte als erster sogar Kritik: „«Body of Proof» war nicht sehr überraschend, ein billiger Mischmaschklon. Ihre persönlichen Probleme, mit Ex und Kind, sind das billigste Mittel für Autoren, wenn einem nichts anderes einfällt einen Charakter für die Zuschauer interessant zu machen (siehe: Cop verliert Partner, fängt an zu trinken, wird er alles überwinden und den Gangsterboss töten?). Bist du kein Quincy und musst dich mit öden Drehbüchern rumärgern, muss halt etwas Drama her, weil sonst wäre die Sendung nur 20 Minuten lang. Unter was für einer Störung leidet sie eigentlich seit dem Unfall? Wenn man es googelt, findet man heraus, dass es ‚Parästhesie‘ ist. In der Serie ging irgendwie unter, was sie hat und was das eigentlich sein soll. Es hörte sich eher so an, als würde sie seit dem Unfall an Soziophobie leiden. Es waren wohl schon alle interessanten Macken vergeben. Und kann man eigentlich von der Neurochirurgie einfach die Pathologie wechseln, oder als Pathologin mit den Ermittlern zum Verdächtigen wackeln und Ihn mal eben so dumm anscheißen? «Bones» ist schlecht, «Body of Proof» deutlich darunter, also mal sehen wie die Zuschauerzahlen sich entwickeln.“

Pu22Pu dagegen fand die Serie durchweg unterhaltsam: „Die Story der Folge war gut, auch wenn ich hoffe, dass in den nächsten Folgen das Private etwas runter geschraubt wird und stattdessen noch Nebenstories hinzukommen. Ich tippe mal auf Quoten in Höhe des Senderschnitts, in den nächsten Wochen wird es dann wahrscheinlich nicht konstant bleiben sondern entweder nach oben oder nach unten gehen.“ Konixo zum Neustart: „Ich fand dass alles doch noch etwas unrund lief. Ich kann nicht genau sagen woran es lag, aber mir war es irgendwie zu unharmonisch. Einerseits das Zwischenmenschliche (z.B. die plötzliche Reaktion des Partners a la ‚Du kannst mich mal'‘), aber auch die Ermittlungen wirken sehr gestellt und unrealistisch. Ich habe mich unterhalten gefühlt und werde es auch weiterhin verfolgen aber hoffe dass es sich im Laufe der Staffel noch steigert. Ich darf ja auch nicht vergessen dass es sozusagen der Pilot war.“

(chris) steuert dagegen: „Habe mir den Serienstart mal angesehen und war doch positiv überrascht. Zumindest wenn man von den teils schwachen Kritiken ausgeht. Mit Sicherheit erfindet die Serie das Rad nicht neu, aber unterhaltsam war es trotz allem. Jemand hat geschrieben, dass die Serie ein wirrer Mix aus «Bones», «House», «Castle» und «CSI» wäre, und ja, das stimmt auch irgendwie. Aber wenn man sich damit abfindet und einfach nur eine gute, nette, teils spannende Unterhaltung haben möchte ist man bei «Body of Proof» doch gut aufgehoben. Dana Delany ist dazu einfach eine tolle Schauspielerin, was natürlich der Serie nochmal einen nötigen Bonuspunkt verleiht, auch ihr Partner (dessen Name mir entfallen ist) bringt eine eigene ‚Art‘ mit, und zusammen passt da die Chemie. An den restlichen Figuren sollte man aber schon noch arbeiten, die sind doch sehr blass geblieben, aber das kann ja noch kommen. Storytechnisch kann man sich nicht beschweren, durchschnittliche Krimi-Kost mit etwas Sarkasmus und Familiendrama. Mal schauen wohin die Serie sich entwickelt, ich bleibe (vorerst) dran...“ gelini71 wird nicht weiterschauen, das liege vor allem an der Hauptfigur: „Ein Mischung aus Dr. House und Sherlock Holmes , so unglaublich clever , stellenweise arrogant weil nur sie es schafft alle Zusammenhänge zu erkennen während der Rest der Polizeigruppe es nicht schafft alle Beweise zu sehen. Das mag jetzt der Stil dieser Ermittlerin sein ist aber nicht mein Fall - ich werde nicht weiterschauen. Ist zwar schade, weil ich Dana Delany bis dato immer gerne gesehen habe.“

Lesen Sie hierzu auch unsere ausführliche Kritik zu 1x01 von unserem US-Serien-Kenner Christian Wischofsky.

Dies war die letzte Ausgabe unseres Sommer-Spezials. In der kommenden Woche beschäftigt sich das Forenecho dann wieder mit breit gefächerten Themen der deutschen Fernsehlandschaft - unter anderem wird der Frage nachgegangen, welche Shows noch wiederbelebt werden sollten und ob deutsche Sitcoms inhaltlich tatsächlich was reißen können. Themen-Vorschläge, Anregungen oder Kritik sind selbstverständlich weiterhin in diesem Thread gerne gesehen.

28.08.2011 19:27 Uhr  •  Daniel Sallhoff Kurz-URL: qmde.de/51692

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