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Michael Kessler: 'Jede Begegnung ist ein Abenteuer'

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Der Schauspieler und Comedian ging im letzten Jahr für den rbb auf Spree-«Expedition». Nun will Michael Kessler mit einem Esel von Berlin an die Ostsee laufen. Quotenmeter.de-Redakteur Jürgen Kirsch sprach mit dem «Switch Reloaded»-Star über seine kommenden Expeditionen in der zweiten und dritten Staffel des Reality-Formats «Kesslers Expedition» beim rbb.

Herr Kessler, für Sie gab es ein „Weihnachtsgeschenk“ vom Rundfunk Berlin-Brandenburg: Die zweite und dritte Staffel von «Kesslers Expedition» beim rbb sind beschlossene Sache. Wie groß ist die Freude darüber?
Sehr groß! Wir haben drei Jahre lang die «Berliner Nacht-Taxe» mit über 40 Folgen gemacht und dann lange überlegt, was wir als Nachfolgeprojekt machen können. Weil die «Nacht-Taxe» ein so besonderes Projekt war, war es besonders schwer etwas Neues zu erfinden. Dann kam die Idee: Kessler geht auf Expedition und paddelt auf der Spree nach Berlin. Ich war mir nicht sicher, ob das klappt. Aber es funktionierte super. Wie schon mit der «Nacht-Taxe» versuchen wir anderes Fernsehen zu machen, ehrliches Fernsehen. Dementsprechend war die Freude groß, dass der rbb die Zusammenarbeit fortsetzen möchte und die Zuschauer sich über diese Art Fernsehen freuen und es so zahlreich schauen.

Expeditionen sind laut Definition mit Forschungs- und Entdeckungsreisen verbunden. Wie viel Entdeckung und Forschung wird bei «Kesslers Expedition» betrieben?
Kessler bekennt, dass er wenig von den neuen Bundesländern weiß. Da das Sendegebiet vom rbb diese umfasst, ist da vieles für mich Neuland. Berlin kannte ich ein wenig, doch auch die Hauptstadt habe ich durch die «Nacht-Taxe» neu kennengelernt. Ich war vorher noch nie an der Spree und kann mittlerweile nur jedem empfehlen dort hinzufahren. Jetzt nehme ich mir die Uckermark vor und werde von Berlin mit einem Esel an die Ostsee laufen. Ich werde wieder ein Gebiet erkunden, dessen Landschaft und Menschen ich nicht kenne. Wie bei der Spree-Expedition stecken wir die Route lediglich grob ab, aber wir planen nicht, was dort passiert. Ich laufe einfach los und rede mit den Menschen, die mir wirklich zufällig begegnen.

Was haben Sie denn bei der letzten Expedition, bei der Sie die Spree entlang gepaddelt sind, alles entdecken können?
Eine fantastische Landschaft und wunderbare Menschen mit ihren Geschichten. Oft witzige, manchmal traurige Geschichten. Die Menschen an der Spree haben mir von ihrem Leben und ihrer Heimat erzählt und sich riesig gefreut, dass wir ihre Region auf diese Art und Weise zeigen. Wir machen kein verstaubtes lokales Regionalfernsehen und keinen klassischen Reisebericht. Ich schaue einfach nach, was die Menschen tun und denken, frage und höre ihnen zu. Jeder Tag, jede Begegnung war eine Entdeckung. Wir zeigen Land und Leute – aber anders.

Was erwartet Sie nun bei der nächsten Expedition?
Wir hatten dem Format eine fiktive Rahmenhandlung gegeben: Kessler wartet auf die große Samstagabendshow beim rbb. Aber statt der Show muss er paddeln. Es war aber auch klar, dass sich Kessler bei jeder Expedition anders fortbewegen muss. Am Ende der ersten Staffel habe ich dann aus Spaß gesagt: Beim nächsten Mal gehe ich mit dem Esel durch die Pfalz. Die Pfalz geht leider nicht, weil sie nicht im rbb-Sendegebiet liegt, aber der Esel ließ uns nicht mehr los. Aus Spaß wurde Ernst. Wir planen bereits ein „Esel-Casting“, bei dem wir zusammen mit dem rbb Radio und Fernsehen die Zuschauer mit einbinden. Das wird spannend, denn ein Esel akzeptiert nicht jeden Begleiter. Wird er sich erbarmen und mit mir durch dick und dünn gehen oder nicht? Und was macht Kessler wenn der Esel störrisch ist?

Das wird sicher spannend. Aber natürlich gibt es bei Expeditionen auch viele Abenteuer. Wie viel Abenteuer steckt denn in «Kessler Expedition»?
Viel Abenteuer. Ich weiß bei den Expeditionen nie, was mich erwartet. Mein Team gibt mir kurzfristige Anweisungen, in welche Richtung ich marschieren soll. Es herrscht Schweigepflicht, damit ich nicht zu viel weiß oder ahne. Wie bei der «Nacht-Taxe» ist jede Begegnung ein Abenteuer, auf das ich mit viel Improvisation und Feingefühl reagieren muss. Auch der Dreh ist abenteuerlich. Bei der Spree-Expedition saß ich im Paddelboot, neben mir tuckerte das Schlauchboot mit Regisseur, Kameramann und Toningenieur sowie einem Assistenten. Wir sahen schon sehr skurril aus. Vielleicht haben die Menschen deswegen keine Angst vor uns gehabt und waren so offen. In Köln rennen mittlerweile ja alle vor einer Kamera davon.

Wie sehen denn Ihre Vorbereitungen auf eine Expedition aus? Hat auch das Team viel Arbeit?
Da ist nicht viel zu tun. An den Planungen darf ich ja nicht teilnehmen. Ein bisschen Sport schadet aber nicht - 15 Kilometer am Tag paddeln geht an die Substanz und wurde von meinem Körper mit Muskelkater und Schwielen an den Händen quittiert. Aber das gehört dazu, denn wir „tun nicht so als ob“. Kessler paddelt wirklich. Ich wurde bei der «Nacht-Taxe» mal gefragt, ob ich Schulungen in Gesprächsführung und Psychologie gemacht habe. Das ist nicht der Fall. Ich gehe einfach mit sehr viel Neugier, Offenheit und Freundlichkeit auf die Menschen zu und stelle mich nie über sie. Ansonsten sollte ich immer gut ausgeschlafen sein - um das Gespräch interessant werden zu lassen, muss ich äußerst wach und aufmerksam sein.

Im zweiten Teil des Interviews spricht Michael Kessler über die anstrengenden Dreharbeiten und die begleitende Kommunikation mit dem Zuschauer über das Internet. Zu lesen ab Donnerstag bei Quotenmeter.de

Kurz-URL: qmde.de/47394
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