Glenns Gedanken

Von ‚Waka Waka‘ bis ‚Schland o Schland‘

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An den WM-Songs erkennen auch Nicht-Fußballfans die WM-Zeit.

Woran merkt man auch als Nicht-Fußballfan, dass wieder WM ist? Richtig, an den unzähligen unvermeidlichen WM-Songs, die momentan wieder die deutschen Charts gehörig aufmischen. Jeder will ein Stück vom großen Fußball-Kuchen abhaben, und so entern aktuell jede Woche weitere Songs die Hitparade, und der Kampf um den einzig wahren WM-Hit geht in die nächste Runde. Dass dabei nicht immer die musikalische Qualität im Vordergrund steht, erklärt sich von selbst. Vielmehr macht es oftmals den Eindruck, als ob die verantwortlichen Musikvergewaltiger noch mal eben die schnelle Mark abgreifen wollen und auf Teufel komm raus mit geringstem Aufwand ein billig zusammengeschustertes Machwerk auf den Markt geworfen haben.

Die Spitze der deutschen Charts stellt momentan der kanadisch-somalische Sänger K'naan mit seinem Coca-Cola-WM-Song „Wavin' Flag“. Der Song erinnert etwas an „Give Peace A Chance“, ist aber ansonsten recht hörbar. Ähnlich verhält es sich mit dem offiziellen FIFA-Song „Waka Waka“, interpretiert von Shakira Feat. Freshlyground. Mit Hilfe von viel Trommelei und gehörigem Ethno-Bumm-Bumm-Gestampfe kommt hier am ehesten afrikanisches Lebensgefühl rüber. Einen üblen Beigeschmack hat der Song trotzdem, da Shakira in der Vergangenheit dem Fußballsport und der damit verbundenen Hysterie ablehnend gegenüberstand. Doch für eine angemessene Gage kann man ja schon mal seine Meinung ändern.

Die wirklich schlimmen Klänge kommen jedoch wieder mal aus deutschem Lande. Nach dem Motto "Man muss ja nicht unbedingt singen können, um eine CD aufzunehmen" bringen unsere Elite-Comedians Elton, Oliver Pocher und Matze Knop ihre eigenen selten dämlichen Fußball-Hymnen heraus. Geistreiche Textpassagen wie "Pokal again, wirst in unserer Vitrine stehen, oh du schöner Pokal" oder "2010, 2010, 2010, werden wir die 11 wie '54 spielen seh'n" sind Ausdruck dieser Meisterwerke musikalischen Schaffens. Selbst Bushido ist sich nicht zu schade und wirft mit „Fackeln im Wind“ einen gerappten WM-Song auf den Markt, der zum Fremdschämen einlädt. Eine andere Hymne, die momentan droht zum Kult zu werden ist „Schland o Schland“ von "Uwu Lena", eine Coverversion von Lenas „Satellite“. Auch hierbei handelt sich jedoch um nichts weiter als einen billigen Karnevalssong, der nur mit mindestens 2 Promille zu ertragen ist.

Fazit: Bei solch qualitativ hochwertigen WM-Songs sind die vielerorts kritisierten Vuvuzelas ein echter Segen! Aber solange nicht wieder Stimmungskanone Xavier Naidoo meint, einen echten Fußballkracher herausbringen zu müssen wie vor 4 Jahren mit „Dieser Weg“ (wird kein leichter sein), will ich mich gar nicht beschweren.

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