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Fernsehfriedhof

Der Fernsehfriedhof: «Die ProSieben Morningshow»

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Quotenmeter.de erinnert an all die Fernsehformate, die längst im Schleier der Vergessenheit untergegangen sind. Folge 29: Anarchie am Morgen.

Liebe Fernsehgemeinde, heute gedenken wir des bisher einzigen Morgenmagazins von ProSieben.

«Die ProSieben Morningshow» wurde am 06. September 1999 geboren und versuchte sich bewusst von den damals üblichen, nachrichtenlastigen Morgenmagazinen abzuheben. Als Vorbild dienten eher die zahlreichen Radiomorgensendungen, bei denen die Moderatoren stets gut gelaunt schlechte Witze präsentieren.

Die Macher versprachen eine geballte Ladung Infotainment, Musik-Clips, Sketche, Talk sowie Promis und lieferten eine Spaß-Garantie schon zum Frühstück. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten ging das Konzept tatsächlich auf. Es entstand eine witzige Chaos-Show, bei der das Zusehen Spaß machte. Dies lag vor allem am jungen Team, das die Sendung moderierte - fast alle stammten vom Jugendsender Fritz (vom rbb). Zunächst präsentierte Steffen Hallaschka die Sendung, der später auch bei Radio Fritz durch die Morgenshow führte. Später wechselte er sich mit Radiolegende Tommy Wosch ab, der der Show seine ganz eigene Note gab. Als Außenreporter fungierte Ken Jebsen, der Passanten in seiner wahnwitzigen Art zu aktuellen Themen interviewte und diese Aufgabe noch bis ins Jahr 2012 für Fritz durchführte. Die Show war immer dann am besten, wenn sie sich nicht ans starre Konzept hielt, denn die Comedy-Elemente waren meist weniger witzig. Wer Tommy Wosch kennt, weiß, dass er am besten ist, wenn er improvisieren kann.

Als regelmäßiger Stargast tauchte in einigen Aktionen und Sketchen zudem «RTL Samstag Nacht»-Star Wigald Boning auf. Allerdings sank die Anzahl seiner Auftritt im Laufe der Zeit immer weiter ab, was dem Format nicht schadete. Eine weitere Protagonistin war die Türkin Arzu Bazman, die täglich die wichtigsten Meldungen aus den türkischen Zeitungen vorlas. Zudem war sie als Schwester Arzu in der Comedy-Rubrik «Die Morgenvisite» zu sehen. Ironischerweise gehört sie seit dem Jahr 2000 zur festen Besetzung von «In aller Freundschaft» und wechselte damit zu einer echten Krankenhausserie, die sie damals parodierte. Ganz auf Informationen wollte man bei der Show doch nicht verzichten, denn pünktlich um 7.00 Uhr wurden die aktuellsten Nachrichten von Julia Hacke (heute Julia Böhm) verlesen, die später Moderatorin bei N24 und von «Sat.1 Die Nacht» wurde.

Ausgestrahlt wurde die Show täglich von 06.30 Uhr bis 07.45 Uhr. Das Studio war in ein Café direkt auf der Berliner Prachtstraße Unter den Linden eingebettet, sodass an den Schaufenstern immer wieder interessierte Zuschauer zu entdecken waren. Doch der Erfolg der Show blieb von Anfang an aus. Zu anarchistisch waren die Beiträge, zu speziell der Humor und zu fernsehmüde die angepeilte Zielgruppe am frühen Morgen. Nachdem sich die Verantwortlichen bei ProSieben die einstelligen Marktanteile über mehrere Monate tapfer anschauten, zogen sie kurz vor dem neuen Jahrtausend endgültig den Stecker und setzten seitdem nie wieder auf eine morgendliche Liveshow.

«Die ProSieben Morningshow» wurde am 23. Dezember 1999 beerdigt und erreichte ein Alter von knapp vier Monaten. Die Show hinterließ die Moderatoren Steffen Halaschka, der mittlerweile von Günther Jauch «Stern TV» übernommen hat, sowie Tommy Wosch, der für Sat.1 etwas später «Star Wosch» moderierte und inzwischen wieder ins Radio zurückgekehrt ist.

Möge die Show in Frieden ruhen!

Die nächste Ausgabe des Fernsehfriedhofs erscheint am kommenden Donnerstag und widmet sich dann der ersten, deutschen Late-Night-Show nach US-Vorbild.

Kurz-URL: qmde.de/33928
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