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Fernsehfriedhof

Der Fernsehfriedhof: «Comedy Factory»

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Quotenmeter.de erinnert an all die Fernsehformate, die längst im Schleier der Vergessenheit untergegangen sind. Folge 23: Wilde Sketche mit Maddin.

Liebe Fernsehgemeinde. Heute gedenken wir eines der schrägsten Comedy-Formate in der langen, deutschen Sketch-Geschichte.

«Comedy Factory» wurde am 13. November 1996 auf ProSieben geboren und war eine Sketch-Comedy der etwas anderen Art. Neun Komiker schlossen sich für einige Wochen in einem oberbayerischen Blockhaus zu einer WG zusammen und dachten sich vor der Kulisse der Alpen absurde Sketche aus, die sie anschließend mit viel Improvisation selbst spielten. Als Ergebnis kamen Szenen und Witze heraus, die tatsächlich an Absurdität kaum zu überbieten waren und zuweilen auch an Unlustigkeit. Hauptproblem war dabei stets, dass es sich bei den WG-Bewohnern ausschließlich um Männer handelte, die somit auch sämtliche Frauenrollen in abstrusen Kostümen übernehmen mussten. Im Laufe der Show entwickelten sich feste Rubriken wie „Das schlecht organisierte Verbrechen“, das immer auf den Satz „Sind wir etwa Mädchen?“ abzielte.

Aus heutiger Sicht war vor allem die Zusammensetzung der neun Comedians interessant. Unter den Mitwirkenden finden sich zahlreiche noch heute erfolgreiche Namen wieder. So startete Monty Arnold später eine erfolgreiche Stand-Up-Karriere, wurde Synchronsprecher (u.a. von den «Teletubbies»!) und bespricht nun die Videos von «Upps – Die Pannenshow». Der ehemalige Gagautor von Harald Schmidt, Roland Baisch, komplettierte ab 2001 neben Hella von Sinnen, Wigald Boning und Hugo Egon Balder das «TV-Quartett» bevor er bei kabeleins die Show «Reklame!» moderierte. Zudem wirkte der ehemalige «ran»-Moderator Lou Richter an der Show mit, der später an einigen anderen Comedy-Formaten wie «Talk im Tudio», «Mein schlimmster Tag», «Darf man das?» «Helmut & Helmuth - Die Zweierkette» oder «The Big Kick» partizipierte und den großen Micki-Krause-Hit „10 nackte Friseure“ verfasste. Der damals noch unbekannte Martin Schneider ist heute besser unter dem Namen „Maddin“ aus der «Schillerstraße» oder seiner eigenen Comedy-Serie bekannt.

Die erste Staffel der Show war vom November 1996 bis März 1997 am Mittwochabend gegen 22 Uhr auf ProSieben zu sehen. Anschließend wanderte das Format auf den neuen Comedy-Montag, wo es bis zum Ende zusammen mit dem «Quatsch Comedy Club» ausgestrahlt wurde. Zwischen 2001 und 2003 wurde die Show zweimal donnerstags um 23.45 Uhr wiederholt. Zurzeit sind die wilden Episoden mittwochs um 13.55 Uhr auf Sat.1 Comedy zu sehen.

«Comedy Factory» wurde im Oktober 1997 beerdigt und erreichte ein Alter von 35 bis 46 Folgen. Hier weichen die Angaben aufgrund er zahlreichen Specials und Best-Ofs ab. Die Sendung hinterließ neben den genannten Mitwirkenden noch Jan Ditgen, Gerd Gerdes, Stefan Hufschmidt, Reinhard Krökel und Otto Kuhnle, die nach dem Ende der Show kaum noch im Fernsehen auftraten.

Möge die Show in Frieden ruhen!

Die nächste Ausgabe des Fernsehfriedhofs widmet sich der Ekel-Action-Show mit Sonja Zietlow.

Kurz-URL: qmde.de/33102
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