Die Kritiker

«Die Patin»

von
Story:
Das Leben von Katharina Almeda scheint nahezu perfekt: ein tolles Haus, zwei hinreißende Kinder und eine glückliche Ehe mit dem erfolgreichen Geschäftsmann Max. Aber das vermeintliche Familienidyll findet am siebten Geburtstag ihrer Tochter Sofia ein jähes Ende: Max, der überraschend von einer Geschäftsreise zurückgekehrt ist, wird von der Kindergeburtstagsparty weg verhaftet. Ein Schock für die Familie - aber erst der Anfang. Als Max kurz darauf unter mysteriösen Umständen aus der Haft verschwindet, steht Katharina plötzlich vor den Scherben ihrer heilen Welt. Mit zwei Kindern an der Hand und dem BKA im Haus.

Auf der Suche nach ihrem Mann gerät Katharina immer tiefer in einen alptraumartigen Strudel, der ihr bisheriges Leben komplett in Frage stellt. Niemand kann und will ihr weiterhelfen - weder Max' Geschäftspartner Assmann, noch sein langjähriger Freund, der Wiener Bordellbesitzer Josef, sagen Katharina die Wahrheit. Immer neue Abgründe tun sich auf: In welche dunklen Machenschaften ist Max verwickelt?

Darsteller:
Veronica Ferres («Die Manns») ist Katharina Almeda
Jeroen Williams («Ocean’s Twelve») ist Max Almeda
Michael Degen («Griechische Küsse») ist Jochen
Axel Prahl («Tatort») ist Kranold
Peter Davor («Vier Minuten») ist Assmann
Fritz Karl («Zodiak») ist Josef
Andreas Pietschmann («GSG 9» ist Weirauch
Luka David Knezevic («Jakobs Bruder») ist Fabian Almeda

Kritik:
An drei Abenden will RTL die Fernsehzuschauer mit der Produktion «Die Patin» in den Bann ziehen. 270 Minuten lang Hochspannung und Drama – das funktioniert in Deutschland nicht immer. Nun soll hier aber nicht über den zu erwartenden Erfolg der Produktion gemutmaßt werden, sondern über die Qualität. Und die ist – kurz gesagt – einwandfrei. teamworX hat den Dreiteiler im Auftrag von RTL hergestellt. Man merkt, dass man sich für die Vorbereitung viel Zeit gelassen. An der Idee zu «Die Patin» war beispielsweise noch der jetzige Sat.1-Serienchef Joachim Kosack beteiligt. Er wird am Montagmorgen also ebenfalls sehr interessiert auf die RTL-Quoten schauen.

In der Hauptrolle ist Veronica Ferres zu sehen, die endlich mal wieder Schlagzeilen auf Grund ihrer Leistung macht. Nun ist Frau Ferres nicht jedermanns Sache, der neutrale Beobachter wird aber sagen, dass sie in «Die Patin» eine recht gute Leistung abliefert. Allzu starke Gefühle mag man ihr manchmal nicht abkaufen, aber das wäre auch schon so ziemlich der einzige Schwachpunkt. Dennoch ist sie nicht der eigentliche Hingucker in dem Dreiteiler. Das ist nämlich Axel Prahl, bekannt aus dem «Tatort», der in dem RTL-Film ebenfalls einen Kommissar spielt.

Aber was für einen: Äußerlich etwas heruntergekommen, aber wahnsinnig ehrgeizig. Seine Rolle ist das, was man eine Erfrischung in dem Film nennen kann. Wenn die Produktion überhaupt Humor besitzt – was sie nur gelegentlich tut – dann immer, wenn Kommissar Kranold in Erscheinung tritt. Ohnehin ist es eine Wohltat, gleich so viele bekannte und zudem gute Darsteller in einer Produktion zu sehen. Positiv überrascht sein darf man beispielsweise von der Leistung Andreas Pietschmanns, der aus «GSG 9» bekannt ist, und hier einen Polizisten mit eigenen Interessen spielt.

Der Film ist aber nicht nur ein packender Krimi: Er ist viel mehr auch Drama – ein Drama um eine Frau, die ihre Familie zusammenhalten möchte, deshalb aber in nahezu unglaubliche Dinge hineingezogen wird. Autor Christoph Darnstädt hat an manchen Stellen aber etwas zu dick aufgetragen. Einige Wendungen – vor allem in Teil 2 – sind übertrieben und an der ein oder anderen Stelle ist der Film deutlich zu brutal. Natürlich, man hat es mit knallharten Gangstern zu tun, die Mischung zwischen Gutmütigkeit und dieser extremen Kälte ist nicht an allen Stellen perfekt gelungen. Aber: Kleinigkeiten.

Definitiv ein Schwachpunkt ist die schlechte Nachsynchronisation an einigen Stellen, die teilweise überhaupt nicht synchron ist. Das sollte einer derart teuren Hochglanzproduktion nicht passieren. Regisseur Miguel Alexandre («Die Frau vom Checkpoint Charlie», «R.I.S.») drehte den Dreiteiler an Originalschauplätzen wie Moskau, Wien, Paris oder Marseille. Diese Aufnahmen, von Jo Heim perfekt ins Bild gebracht, werten die Produktion nochmals klar auf.

Eines ist allerdings wichtig: «Die Patin» ist keine einfache Kost und auch keine Produktion, die man mal nebenbei anschauen kann. Mitdenken und Aufmerksamkeit sind hier gefragt. Zu komplex ist die Geschichte, als dass man mit nur einem Ohr alles aufschnappen könnte. Liebhabern des deutschen Films und allen Fans von Krimis und Thrillern ist «Die Patin» sehr zu empfehlen, denn die Schwächen sind wirklich nur Kleinigkeiten. Insgesamt kann man die Arbeit aller Beteiligten loben.

RTL zeigt den ersten Teil von «Die Patin» am Sonntag, 14. Dezember 2008, um 20.15 Uhr. Die weiteren Filme folgen am Montag und Mittwoch zur besten Sendezeit.

Kurz-URL: qmde.de/31528
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