Bei Kontrollen haben die Medienwächter im Dezember bei 14 Sendern Anhaltspunkte für verbotene Schleichwerbung gefunden. Dennoch gibt man sich optimistisch.
Immer wieder sorgte das Thema Schleichwerbung in den letzten Jahren für Aufsehen in der Medienbranche - den größten Skandal gab es ohne Zweifel in der ARD, als unter anderem der «Marienhof» von unrechtmäßiger Werbung überflutet zu sein schien.
Auch Moderatorin Andrea Kiewel stolperte im vergangenen Jahr über das ungeliebte Thema, weil sie unter anderem bei Johannes B. Kerner für eine Firma warb, von der sie recht gut bezahlt wurde. Die Wogen haben sich inzwischen zwar geglättet, doch noch immer sind die Medienwächter auf der Hut. Die Gemeinsame Stelle Programm, Werbung und Medienkompetenz (GSPWM) hat nun Ergebnisse einer weiteren Programmanalyse beraten.
Gegenstand waren Untersuchungstage aus dem Dezember vergangenen Jahres. Die Programme von 15 privaten Rundfunkveranstaltern wurden dabei auf mögliche Verstöße gegen das Verbot der Schleichwerbung untersucht. Keine Auffälligkeiten oder Verstöße wurden demnach in den Programmen von RTL, Sat.1, MTV, kabel eins, Tele 5, RTL II, VOX, Super RTL, Nick und N24 festgestellt, hieß es.
In einigen Fällen sah die Gemeinsame Stelle einen möglichen Anfangsverdacht und empfahl den jeweils zuständigen Landesmedienanstalten, rechtsaufsichtlich tätig zu werden. Betroffen war etwa das ProSieben-Magazin «Galileo», wie Peter Widlok, Sprecher der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), am Freitag gegenüber dem Online-Fernsehmagazin Quotenmeter.de bestätigte. Eine Stellungnahme von ProSieben steht noch aus. Zudem wurden auch die n-tv-Magazine «Motor» und «Deluxe» beanstandet, ebenso wie eine Anfang Dezember gezeigte Folge von «Date oder Fake» bei Viva. Auch bei Bloomberg, DSF und einer «Spiegel TV»-Sendung bei VOX gab es Auffälligkeiten.
Der GSPWM-Vorsitzende Prof. Dr. Norbert Schneider reagierte jedoch gelassen auf die Ergebnisse. "Auch wenn es sich wieder um eine nur ausschnitthafte Untersuchung handelt, so können wir, bis zum Beweis des Gegenteils, verhalten optimistisch sein. Die große Mehrheit der Sender kennt nicht nur das Verbot von Schleichwerbung, sondern scheint es auch im Programmalltag zu beachten."
Marktanteile 14- bis 49-Jährige vom Do, 02.09.2010
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