Sie sind die Köpfe hinter den Geschichten - und wollen derzeit nicht mehr arbeiten.
Nahezu jeder Autor von Fernsehserien ist in den USA in einer Gewerkschaft. Das ist schlecht für die großen Networks, denn wenn die Writers Guild mal unzufrieden ist, dann trifft es die TV-Verantwortlichen mit geballter Härte. Und das ist in dieser Woche geschehen. Wie schon vor einiger Zeit angekündigt, geht seit Montag gar nichts mehr.
Die Schreiber haben ihre Stifte aus der Hand gelegt und machen sich einen faulen Lenz. Ihre Forderungen haben sie derweil recht präzise formuliert: Allen voran möchten die Serienschreiber von den Einnahmen profitieren, denn die Nutzung von Shows auf iPods und Handys steigt stetig an. Die Macher der Serie «The Office» haben es in einem auf Internetformen kursierendem Video auf den Punkt gebracht: "Du schaust das im Internet – dem Ding, das uns keinen Dollar bezahlt“, sagte Mike Schur in diesem Video.
Eine Lösung des Konflikts ist derzeit nicht in Sicht. Beide Seiten scheinen momentan auf den Faktor Zeit zu setzen - fraglich, wer mehr davon hat. Die großen Networks haben bereits umgerüstet: Mehr Nachrichten und Reality-Sendungen werden ab den kommenden Wochen im Programm auftauchen. Wer in die Röhre guckt? Das sind die Fans, denn von nahezu allen bekannten Serien wird es in diesem Jahr verkürzte Staffeln geben.
Nur acht statt 16 «Lost»-Folgen sind geplant, auch Procedurals wie «CSI» oder «Without a Trace» werden wohl eine etwas niedrigere Folgenanzahl vorweisen. Ganz schlecht sieht es für «24» aus. Weil die Echtzeit-Serie eben aus 24 Folgen bestehen muss, ist eine Ausstrahlung in diesem Fernsehjahr mittlerweile fraglich. Aus dem fernen Deutschland kann man nur machtlos ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten blicken. Und als Serienfan kann man nur beten, dass sich die Sender und die Autorenvereinigung schnell aufeinander zu bewegen.
Marktanteile 14- bis 49-Jährige vom Mo, 08.02.2010
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