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02.05.2007 11:15 Uhr

Hinter den Kulissen der Premiere Bundesliga-Übertragung

Redakteur: Manuel Weis, Quelle: Quotenmeter.de ExklusivLesermail schreiben
Fußballkommentatoren gibt es viele in Deutschland – und keiner ist wirklich unumstritten. Kein Beckmann, kein Marcel Reif und kein Bela Rethy. Es gibt aber einen Mann, dessen Können kaum jemand bezweifelt: Wolff-Christoph Fuss, England-Experte und Bundesliga-Live-Kommentator bei Premiere. Quotenmeter.de begleitete ihn einen Samstag lang und schaute der Premiere-Fußball-Redaktion bei der Produktion der Sendung für die Telekom über die Schulter.

Samstag, Mitte April 2007 – die Sonne brennt. Auf den Straßen des Agrob-Geländes in Ismaning bei München herrscht gähnende Leere. Drei Frauen kommen aus dem Gebäude des DSF heraus, es ist dennoch still. Um 13.00 Uhr betrete ich ein kleines Haus des Dienstleisters Plazamedia. Bei Abgabe meines Personalausweises bekomme ich eine Besucherkarte, die es mir ermöglicht, sämtliche Drehkreuze zu betätigen.

In einer etwas älteren Halle am Ende des Weges herrscht unterdessen aufgeregtes Treiben. Die erste Redaktionskonferenz ist bereits vorüber, die Konferenz-Kommentatoren und Moderator Dieter Nickles wissen Bescheid, was an diesem Spieltag wichtig ist. Nickles selbst steht schon im Studio und probt die Texte für die Vorberichterstattung. Obwohl es draußen heiß ist, im Studio selbst herrschen angenehm kühle Temperaturen. Neben ihm steht die Aufnahmeleiterin, sie „spielt“ Stefan Effenberg, der am Nachmittag als Experte fungieren wird.

Die Freitagsspiele der zweiten Liga und alle Spiele am Samstag und Sonntag analysiert ein Experten-Team von Premiere im neuen Studio 3 in Ismaning. Eines – wenn nicht sogar das modernste Fußballstudio Europas ist dort aufgebaut. Nicht nur die Optik, sondern auch die Fakten an sich sind mehr als beeindruckend: Vier fahrbare LCD-Wände schmücken die hintere Wand der Kulisse – sie sind entweder als vier Einzelstücke oder als große Gesamtprojektionsfläche einsetzbar. Eine wahre Innovation sind mehrere so genannte „RotVisions“ – drehbare TV-Plasmabildschirme. Das besondere an ihnen: Während sie sich um die eigene Achse drehen, bleibt das angezeigte Bild gerade.





Vom Studiohintergrund aus tauchen rund 3.000 sogenannter „Barco O-lites“ – videofähiger LED-Einheiten – das Studio in Sekundenbruchteilen in jede beliebige Farbe. Darüber hinaus können beispielsweise Vereinslogos oder Realbilder in den Studiohintergrund projiziert werden. Mit einem 3-D-Analysetool können alle wichtigen Schlüsselszenen für den Zuschauer nachgestellt und aufbereitet werden. Einmalig in Deutschland: Mithilfe des Analysetools lassen sich alle 18 Bundesliga-Stadien als 3-D-Modell abrufen.

13.30 Uhr: Die Probe im Studio ist vorbei, der Leiter der Sendung ruft zur letzten Redaktionsbesprechung. Die Kollegen werden nochmals informiert, welcher Reporter in der Konferenz das erste Wort hat und wer die Zuschauer nach ersten Planungen in die Halbzeit verabschieden soll. Wolff Fuss hört aufmerksam zu, flachst ein wenig mit Reporter-Kollege Michael Leopold. Auch erste Planungen zur Zusammenfassungssendung «Alle Spiele, alle Tore» - in Fachkreisen „ASAT“ genannt, finden statt. 7 Minuten und 30 Sekunden sollen die Spielberichte dauern – Standardzeit seit dieser Saison. Als erstes will man über das Spiel der Schalker in Mainz berichten. Diese Information ist wichtig für Fuss, denn er ist für das Spiel der Blauen eingeteilt. Seit Jahren kommentieren die Reporter der Konferenz nicht live aus dem Stadion, sondern aus Containern in Ismaning.

13.45 Uhr: Die Besprechung ist vorbei, die Kollegen haben nun eine Stunde Zeit – Zeit, die sie sich irgendwie vertreiben müssen. Michael Leopold entscheidet sich wie viele andere für ein Sonnenbad.


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