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Streaming-Check: «Der Schacht»

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Die auch unter dem englischen Titel «The Platform» bekannte, spanische Gesellschaftssatire hat auf Netflix ein Millionenpublikum erreicht.

Filmfacts: «Der Schacht»

  • Ab sofort bei Netflix erhältlich
  • Genre: Horror/Drama
  • Laufzeit: 94 Min.
  • Kamera: Jon D. Domínguez
  • Musik: Aránzazu Calleja
  • Buch: David Desola, Pedro Rivero
  • Regie: Galder Gaztelu-Urrutia
  • Darsteller: Ivan Massagué, Zorion Eguileor, Antonia San Juan, Emilio Buale. Alexandra Masangkay, Zihara Llana
  • OT: El Hoyo (ESP 2019)
Der spanische Thriller «El Hoyo» feierte seine Weltpremiere auf dem Toronto International Film Festival 2019 und erwies sich dort als großer Publikumserfolg: Das Festivalpublikum wählte die dystopische Gesellschaftssatire zum besten Film aus der Mitternachtsschiene. Somit kann sich die spanischsprachige Regiearbeit von Galder Gaztelu-Urrutia in eine Reihe stellen mit solchen Filmen wie Ben Wheatleys Actionfilm-Kommentar «Free Fire», Ilya Naishullers Egoperspektiven-Actioner «Hardcore» und Taika Waititis & Jemaine Clements «5 Zimmer, Küche, Sarg». Noch mehr Hype generierte sich um «Der Schacht» auf dem spanischen Spartenfestival Sitges – auf dem Horror, pechschwarzem Humor, Sci-Fi, Thrillern und herber Gewalt zugeneigtem Filmfestival räumte der Film sogleich vier Preise ab, darunter den für den besten Film.

In Deutschland wie auch in vielen anderen Märkten feierte «Der Schacht» (auch bekannt unter dem englischen Titel «The Platform») seine Premiere am 20. März 2020 – und zwar als Netflix-Originaltitel. Schnell zogen sich positive Kritiken sowie eine energische Mundpropaganda durch die sozialen Netzwerke: Der Film über ein menschenverachtendes Gefängnis, das symbolisch für unser Wirtschaftssystem steht, schien der erste internationale Netflix-Filmrenner des Jahres zu sein.

Auch die Zahlen des Marktforschungsunternehmens Goldmedia unterstützen diese These. Denn innerhalb der ersten Woche, seit «Der Schacht» bei Netflix verfügbar gemacht wurde, kam die Produktion von Ángeles Hernández, Carlos Juarez und David Matamoros allein in Deutschland auf 2,05 Millionen Bruttokontakte – eine Zahl, die bei diesem grimmen Stoff im Kino kaum noch vorstellbar wäre. Und in der Folgewoche sank das Interesse an «Der Schacht» kaum.

Vom 27. März bis zum 2. April generierte «Der Schacht» eine Bruttoreichweite in der Höhe von 1,93 Millionen. Das konnte die dreckige Vision einer Menschen jegliche Würde raubenden, nahen Zukunft eine Woche später noch überbieten: Ab dem 3. April kletterte der mehrfach preisgekrönte Netflix-Film auf eine Reichweite, die sogar über der Zugkraft in seiner Veröffentlichungswoche lag.

Laut Goldmedia ließen sich brutto 2,14 Millionen Filmfans von «Der Schacht» zu Netflix locken. In der Woche vom 10. bis zum 16. April standen derweil 1,14 Millionen Bruttokontakte auf der Rechnung. Das mag zwar nur ein Bruchteil dessen sein, was beispielsweise «Haus des Geldes» Woche für Woche bei Netflix erreicht, jedoch beweisen diese Werte, dass Netflix für einen Film wie «Der Schacht» durchaus die richtige Heimat ist – jedenfalls dann, wenn der Hype stimmt und sich herumspricht, welches Kleinod sich auf Netflix verbirgt.

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