Serientäter

«Game of Thrones»: Drachenzähmen leicht gemacht

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Über eineinhalb Jahre mussten die Fans auf die finale Staffel warten. Nun war es endlich so weit: In der Nacht von Sonntag auf Montag erschien die erste Folge der achten Staffel. Wir blicken auf die Auftaktepisode und ordnen diese ein. Also aufgepasst: Spoilers are coming!

Der wahrscheinlich heißersehnteste Serienhit des Jahres feierte in dieser Nacht Debüt. Schon jetzt ist «Game of Thrones» auf der gesamten Welt ein voller Erfolg. Ob die gewaltige Fantasy-Produktion im Jahr 2019 einen würdigen Abschluss findet, wird sich im Verlauf der nächsten Wochen zeigen müssen. Für die beiden Showrunner David Benioff und D. B. Weis wird das definitv kein leichtes Unterfangen. Bei den riesigen Erwartungen im Vorfeld wird ein Ende, aus dem jeder Fan zufrieden herausgeht, wohl kaum im Bereich des Möglichen liegen. Aber sie müssen ja auch nicht das perfekte Ende liefern. Hauptsache das Finale wird kein zweites «Lost» oder zu glatt und "Hollywood-Mäßig", um möglichst wenige zu verärgern.

Die erste Episode geht es zunächst einmal vorsichtig an. Gewohnt bieten die ersten 50 Minuten wenig Spektakel, sondern ordnen viel mehr das Geschehen der vorherigen Staffel ein und geben die Richtung für die weitere Handlung vor. So jedenfalls unser erster Eindruck. Im Vordergrund standen - wie zu erwarten - viele Wiedersehen von Charakteren an, die sich lange nicht mehr gesehen haben. Außerdem stand auch die Liebe, neben der folgenschweren Herkunft Jon Schnees, klar im Zentrum dieser Episode. Doch von vorne:

Neues Intro, größere Kulissen:
Direkt zu Beginn wird jedem direkt visuell vor Augen geführt, dass «Game of Thrones» in den finalen Folgen ein neues Kapitel einschlägt. Denn das geliebte Intro der ersten sieben Staffeln wurde geändert. Während Stil, Länge und Musik die gleiche bleiben, werden deutlich weniger Orte auf der Karte abgeflogen. Dafür verweilt man aber auch länger an den einzelnen Punkten. Die Veränderung des Intros war nur logisch. Da in der siebten Staffel alle Handlungsstränge zusammengeführt wurden, gibt es schlichtweg nicht mehr so viele Orte, die man in der langen Eingangssequenz abfliegen könnte. Am Schluss läuft alles auf die drei Dauerbrenner Mauer, Winterfell und Königsmund heraus. Die drei zentralen Orte der bisherigen Serie, die als einzige immer im Intro vertreten waren - egal ob eine Folge dort spielte oder nicht -, wurden noch einmal von Grund auf überarbeitet. Einziger „Gast“ in dieser Folge: Die neue Location Letzter Hieb, das Zuhause der Umbers, die die erste Bastion im Norden gegen die Weißen Wanderer ist/war.

Nicht nur in der Eingangssequenz sieht man die wichtigsten Punkte der Serie im Detail. Auch im weiteren Verlauf Folge wird deutlich, dass die Sets um Winterfell und Königsmund für die finale Staffel sehr viel größer und detaillierter aufgezogen wurden. Gemeinsam mit den Charakteren wandert der Zuschauer durch einige neue Winkel der beiden Orte. Gerade in Winterfell waren viele neue Ecken zu entdecken.

Das große Wiedersehen
Wie zu erwarten trafen in dieser Episode viele Charaktere aufeinander, die sich teilweise seit der ersten Folge der Serie nicht mehr gesehen hatten. Gerade für die junge Arya gab es einige schöne Momente, die der kleinen Stark nach den grausamen Erfahrungen der letzten Staffeln sichtlich guttaten. So kam es zu einem Wiedersehen mit ihrem vermeintlichen Halbburder (bzw. Cousin) Jon, sowie ihren ehemaligen Weggefährten Gendry und dem Hund. Während sich letzter und Arya mal wieder typischer Wiese keine positiven Gefühle gegeneinander eingestanden, war zwischen Gendry und Ary durchaus eine gewisse Zuneigung zu spüren. Vielleicht findet die junge Stark mit ihm ja doch noch das Glück fürs Leben, falls beide das Finale heil überstehen.

Am längsten nahm sich Regisseur David Nutter allerdings für das Treffen mit Jon Zeit. Bei der Begegnung am Götterhein fühlte man sich direkt wieder an die erste Staffel zurückerinnert, als alle Starks noch vereint und am Leben waren. Nun haben die Verblieben nach sieben Staffeln also endlich wieder zusammengefunden. Nachdem die Zuschauer demnach lange darauf warten mussten, ging dieser Moment im Vergleich zu den weiteren Szenen der Folge aber eher unter. Ganz anders sah es dafür direkt zu Beginn der Episode aus. Die Rede ist von Sansa Stark und Tyrion Lennister, die sich zum ersten Mals seit Joffreys Tod wiedersahen. Gerade weil diese Begegnung im Vorfeld vielleicht nicht so sehr im Fokus lag, funktionierte sie so gut. Gespannt bleibt abzuwarten wie das letzte Aufeinandertreffen der Folge, von Jaime und Bran, im weiteren Verlauf ausgehen wird.

Cersei tut alles für den Thron
Die Handlung im Süden spielten für die Handlung der ersten Episode zwar eine kleinere Rolle, dennoch zeigte sie eine wichtige Erkenntnis. Trotz „Vereinbarung“ am Ende der siebten Staffel tut Cersei weiter alles für den Sieg und denkt gar nicht daran im Krieg gegen die Weißen Wanderer zu helfen. Um sich Eurons treue endgültig zu sichern, stieg sie mit ihm sogar ins Bett und fing langsam an Gefallen an ihm zu finden. Ihre Chancen werden jedenfalls immer größer und sie könnte noch zu einer echten Gefahr neben der Langen Nacht werden. Die Goldene Kompanie ist mit 20.000 Mann und ihrem Anführer Strickland angekommen und wird bestimmt schon bald zum Einsatz kommen. Im Norden wägt man sich, mit Ausnahme von Sansa, noch in Sicherheit. Wenn das mal kein Fehler ist…

Drachenreiter Jon
Was viele für den Beginn der finalen Staffel sicher nicht erwartet hätten, ist Jon Schnee auf einem Drachen reiten zu sehen. Diesen „Twist“ hatten man im Vorfeld deutlich später erwartet. In einer langen Einstellung, die stark an «Drachenzähmen leicht gemacht» erinnerte, bekamen die Zuschauer dafür Jons erste holprige Schritte auf einem Drachen zusehen. Hier lüftete sich auch das Geheimnis um das Trailermaterial. Wie viele vermutet hatten, wurde der König des Nordens für das Promo-Material wegretuschiert., so wie es zwei Staffeln zuvor schon bei Daenerys der Fall war.

Allgemein fiel auf, dass sich in der ersten Episode viele Bilder aus dem Trailern wiederfanden. Gefühlt waren alle Szenen - bis auf die aus der große Schlacht um Winterfell - schon in der ersten Folge zu sehen. Dafür kann man HBO definitiv auf die Schultern klopfen, denn so bleibt vieles für die weitere Handlung im Dunkeln. Vielleicht schaffen es die Showrunner in den finalen Folgen sogar noch eingefleischte «GoT»-Fans zu überraschen. Durch die Eindrücke der ersten 50-Minuten, kann man also feststellen, dass die Macher einen „guten“ Trailer geschnitten haben, der nicht zu viel verrät.

Wie geht es mit Jon und Daenerys weiter?
Ein zentraler Aspekt der ersten Folge war die Beziehung von Jon und Daenerys. In vielen Szenen zeigten die beiden Hauptcharaktere, wie wichtig sie einander sind und wie zufrieden sie mit der gemeinsamen Situation derzeit sind. Auf «Game of Thrones»-typische Weise hielt diese Idylle natürlich nicht lange an. Schon gegen Ende der Folge erfuhr Jon von Samwell Tarly endlich von seiner wahren Abstimmung. Jetzt bleibt abzuwarten wie der König des Nordens mit dieser Information umgehen wird. Denn dieses Geheimnis wird sämtliche Konstellationen in Winterfell auf den Kopf stellen und Daenerys und Jons Beziehung schon bald auf eine harte Probe stellen. Das Gespräch mit Sam lässt jedenfalls nichts Gutes verhoffen. Wird bei den beiden mit „Friede, Freude, Eierkuchen“ bald alles vorbei sein? Schon Varys deutete in der Folge das bevorstehende Drama mit den Worten: „Nichts hält für Ewig.“, an. Doch einen Streit kann sich die Partei im Norden eigentlich nicht mehr erlauben. Denn die Gefahr der Weißen Wanderer ist schon näher, als es den handelnden Personen lieb sein mag. Den Letzten Hieb haben sie ja schon hinter sich…

Fazit: Insgesamt war die erste Folge wenig spektakulär. Das Aufeinandertreffen vieler Charaktere und die weitere Beziehung von Jon und Daenerys standen im Fokus. Gerade im Vergleich zur schnelllebigen siebten Staffel, die dafür viel Kritik ernten musste, tat dieses Innehalten der Serie mal wieder sichtlich gut. Mit David Nutter als Regisseur, der schon für die „rote Hochzeit“ verantwortlich war, standen die Dialoge im Vordergrund. Gerade durch das gelüftete Geheimnis um Jons Herkunft und die zielstrebige Bewegung der Weißen Wanderer wird schon bald mehr Fahrt in einem großen Actionfinale aufkommen. Für die nächste Folge wird sicher spannend sein, wie mit Jaime Lennister im Norden umgegangen wird.

«Game of Thrones», linear am Montagabend ab 20.15 Uhr auf Sky Atlantic Thrones HD, zusätzlich zeitlich flexibel auf Abruf.

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